France

Italia

Schweiz

Dokumente

Die Entstehung von Alptrekking

1_naissancedalptrekking

Gebürtig von Lourtier, dem Dorf zuhinterst im Val de Bagnes, das durch den Col de Crête Séche und dem Fenêtre de Durand mit dem Aostatal verbunden ist, wurde ich als kleiner Hirtenknabe (sëportyoeu) in Bonatchiesse durch die Geschichten eingelullt, die uns die alten Leute über die Streitigkeiten zwischen den Leuten von Bagnes und den Aostatalern (i z’ Otans), insbesondere mit den Herren von Quant erzählten. Und demnach wollte ich stets sehen, wie es auf der anderen Bergseite aussieht…

Ende der sechziger Jahre machte ich die Tour du Mont Blanc, Urvater aller unserer seit anfangs der fünfziger Jahre geschaffenen Bergtouren. Dies brachte mich auf die Idee, die Tour des Combins zu schaffen. Bei der Rekognoszierung der Routen, die ein paar Jahre in Anspruch nahm, besichtigte ich letztendlich das Gebiet der Otans.

Im Jahre 1973 gab die Eisenbahngesellschaft Martigny-Orsières eine Wanderkarte im Massstab 1:50‘000 heraus, worin ich die Tour du Grand Combin mit einer Basiswanderung von 5 Tagen und einer alpinen Route von 4 Tagen einzeichnete, die über den Col d›Annibal und den Col de Lâne führt. Dies sind 9-stündige Etappen und dazu noch ohne Markierung. Ein echter Trekking. Die heutige Tour des Combins, effektiv die 3.Version, wurde 1996 eröffnet.

Mit Beihilfe einer Freundesgruppe von Novarra,Vercelli,Aosta und dem Wallis begann anfangs der neunziger Jahre das Abenteuer der Tour Monte Rosa, die 1995 eröffnet wurde. Ab diesem Datum überlegten wir uns mit unseren Freunden vom Aostatal, wie man die Tour Monte Rosa mit der Tour du Mont Blanc durch die Tour des Combins verknüpfen könnte, um diese wundervolle Gegend der Walliser und Penninischen Alpen besser ins Licht zu rücken.

Im Sommer 1999 testeten wir mit Palmira Orsières die Machbarkeit dieser Idee bei einer Rekognoszierung der Route im Gelände von Charion nach Breuil und von Prarayer (Valpelline) nach Arolla. Die Gemeinden Bagnes, Bionaz, Evolène und Valtournenche waren einverstanden mitzumachen und die auf ihrem Gebiet liegenden Wege zu schaffen, zu verbessern und zu markieren. Damit dies alles erfolgen konnte, brauchte es aber die nötigen Mittel.

Dank dem Zweckmässigkeitsgeist von Elviro Favre unterzeichneten im Jahre 2002 Valrando und die Berggemeinschaft Grand Combin im Interreg-Verfahren Wandern ohne Grenzen „die Tourenverbindung als eine Gelegenheit, zwischen dem Mont Blanc und dem Monte Rosa ein ausgedehntes Wandergebiet zu schaffen, um den nachhaltigen Tourismus zu fördern und das Kulturgut der Bergwelt des Wallis, des Aostatals und des Piemonts besser kennen zu lernen". Nach ein paar Sitzungen des Führungsausschusses (COPIL) von Wandern ohne Grenzen merkte ich, dass man viel mehr als nur eine einfache Verbindung herstellen konnte. Es waren ehrgeizigere Projekte möglich; man konnte sogar einen echten Trekking durch die Alpen realisieren. Dieser Vorschlag wurde nicht immer recht begriffen. Dank der Erkenntnis und der Kontaktfreudigkeit von Luigi Cortese und mit der tatkräftigen Unterstützung von Brigitte Pitteloud und Nicolas Mettan wurde es möglich, das ursprüngliche Projekt abzuändern und die Schaffung eines grossen Trekkings ins Auge zu fassen.

Im Jahre 2002 weihten wir die Matterhorn-Tour ein und gleichzeitig veröffentlichte der Verlag Arthaud einen Bildband «Le Tour du Cervin» von Mario Colonel.

Im Juni 2004 eröffnen wir die Tour du St-Bernard und im August desselben Jahres die Tour des Grands Barrages (Tour der grossen Staumauern).

Im August 2004 verlieh eine Jury unter dem Vorsitz von Bernard Attinger, Kantonsarchitekt des Kantons Wallis, dem Büro Seghesio Grivon von Aosta den 1. Preis für die Schaffung des Logos von Alptrekking.

Im August 2004 waren somit alle Zutaten für die Schaffung dieses grossen Trekkings durch die Alpen vorhanden, von dem wir seit langem träumten, d.h. der Alptrekking. Nach einigen Verzögerungen – die Abänderung des ursprünglichen Projektes wurde von einzelnen Entscheidungsträgern nur zögernd akzeptiert - konnte die technische Kommission endlich im Sommer 2005 an die Arbeit gehen und den Wanderführer, den Faltprospekt, die Website, die Orientierungstafeln und die Wegmarkierung erstellen. Heute steht Ihnen das Projekt Alptrekking zur Verfügung.

Alptrekking ist ein italienischer, französischer und schweizerischer Trekking von mehr als 35 Tagen, den die majestätischen Viertausender der Walliser Alpen: Mischabel, Monte Rosa, Matterhorn,Weisshorn, Zinalrothorn, Dent Blanche, Combins, Mont Blanc, usw. krönen und umrahmen. Alptrekking erstreckt sich vom Monte Moro Pass bis zum Col des Montets, führt teils im Norden teils im Süden über äussere Teilstrecken der sechs bestehen Bergtouren und unternimmt nach jeder Passüberquerung einen Abstecher hinunter in die Täler der Alpenkette: vom verwaisten Gebirge zum Leben in den Tälern.

Alptrekking ist eine Trumpfkarte für die Liebhaber von Wanderungen,Trekkings in den Alpen, ja ein wahrer Pluspunkt für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der durchwanderten Talschaften.

Nun wünsche ich dem erfahrenen Trekker, der die Rundwanderung auf einmal unternimmt, dem Wanderer, der mehrere Jahre dazu braucht und auch jenem, der sich im Geiste auf diese Wanderung begibt, indem er diesen Wanderführer durchblättert und zu Gemüte führt und dem Gast, der diese von Alptrekking besuchten malerischen Täler mit dem Auto befährt, viel Freude und Spass.

Willy Fellay
Ehrenvorsitzender Alptrekking